Biografie und Steckbrief

Heino

Heino

Biografie und Steckbrief

Heino

22. Juni 2014

Blonde Haare, tiefe Baritonstimme und eine schwarze Sonnenbrille: Heino ist unverwechselbar. Der Sänger von Volksliedern und Schlagern war für viele der Repräsentant einer altmodischen Volkstümelei. Doch mit seinem Pop- und Rockalbum „Mit freundlichen Grüßen“ hat er selbst seine härtesten Kritiker lachend und schunkelnd auf seine Seite gebracht.

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Mehr Musik von Udo Jürgens gibt’s hier:

Eine Düsseldorfer Familie mit musikalischem Talent

Heino kennt jeder. Dass aus dem am 13. Dezember 1938 im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk geborenen Hans Georg Kramm einmal einer der erfolgreichsten deutschen Sänger werden würde, hätten sich seine Eltern sicher nicht träumen lassen. Heinos Vater betrieb eine Zahnarztpraxis in Köln-Kalk. Aber bereits Heinos Großvater ließ erahnen, dass sich in der Familie musikalisches Talent regte, er war Organist am Kölner Dom. Heinos erstes Instrument war ein Akkordeon, das ihm seine Mutter als Kind kaufte.

Der Vater starb bereits in den ersten Kriegstagen des 2. Weltkriegs. Seine Mutter rettete sich mit Heino nach Pommern und kehrte erst nach dem Krieg wieder nach Düsseldorf zurück. Das Ziel, Musiker zu werden, war für den jungen Heino eine ausgemachte Sache. Aber in der unsicheren Nachkriegszeit entschied sich der junge Sänger dazu, erst einmal ein solides berufliches Fundament mit einer Handwerkslehre zum Bäcker und Konditor zu legen. 1959 heiratete er Henriette Heppner und bereits 1960 war der gemeinsame Sohn Uwe da. Die Ehe wurde 1962 wieder geschieden.

Karrierestart in Quakenbrück

Anfang der 60er Jahre nahm Heino seine erste Schallplatte mit den OK Singers auf. 1965 war Heinos Jahr! Der Sänger und Musiker heiratete seine zweite Ehefrau Lilo und wurde bei einem Auftritt mit seiner Band Comedien Terzett bei einer Modenschau in Quakenbrück von dem Schlagersänger und Produzenten Ralf Bendix entdeckt. Bereits die erste Single „Jenseits des Tales“ wurde ein Charterfolg. Heino spezialisierte sich in den folgenden Jahren seiner kometenhaften Karriere vor allem auf die Neuinterpretation von Volksliedern, die er mit schmissigem Sound und seiner kräftigen tiefen Stimme vortrug. Seit den 70er Jahren trägt Heino bei Live-Konzerten oder anderen öffentlichen Anlässen eine dunkle Sonnenbrille, da er an der Autoimmunkrankheit Morbus Basedow leidet, die seine Augäpfel hervortreten läßt. Ein Wiedererkennungsmerkmal, das zu seinem Markenzeichen wurde.

Ende der 60er bis in die 80er wurde Heino von Ralf Bendix produziert. Gemeinsam brachten sie die Alben „Kein schöner Land in dieser Zeit“, „…und Sehnsucht uns begleitet“, „Halli, hallo – wir fahren“, „Liebe Mutter“ oder „Die schönsten Volkslieder der Welt“ heraus. Volkslieder wie „Blau blüht der enzian“, Die schwarze Barbara“, „Karamba Karacho“ oder „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ machten Heino in den 70ern zu einem populären Sänger, der oft in der ZDF-Hitparade zu sehen war. 1978 trennte sich der Sänger von seiner zweiten Ehefrau Lilo. Doch 1979 bimmelten die Hochzeitsglocken wieder. Heino heiretete die österreichische Schlagersängerin Hannelore Auersperg. 1996 eröffnete das Paar Heinos Rathaus-Café im Kurort Bad Münstereifel, das 2012 seine Türen schloss. Seit 2012 gibt es im Historischen Kurhaus von Bad Münstereifel, in dem auch Heino und Hannelore wohnen, Heinos Café, das allerdings nicht mehr von dem Paar betrieben wird.

Heinos Rache „Mit freundlichen Grüßen“

Während die Schwiegermütter schwärmten, war Heino für die Jugend in den 80ern so ziemlich der uncoolste Erwachsene der Welt. Das änderte sich, als der Sänger 1988 den „Enzian-Rap“ herausbrachte, eine Hip-Hop-Version seines Klassikers „Blau blüht der Enzian“. Dass Heino keine Berührungsängste mit anderen Genres hat, bewies er auch in seinen Interpretationen klassischer Musikstücke. 2008 nahm er die CD „Es ist nie zu spät“ auf, mit Werken von Mozart, Bach oder Tschaikowsky. Es folgte die umjubelte Kirchenkonzert-Tournee „Die Himmel rühmen“.

2013 machte Heino im Alter von 74 Jahren noch einmal ein ganz großes Fass auf. Das Album „Mit freundlichen Grüßen“ mit Neuinterpretationen von Pop- und Rocksongs von Nena, Clueso, Die Ärzte, Rammstein und vielen anderen hielt sich wochenlang auf dem ersten Chartplatz. Das Album war auch ein bisschen Heinos Rache an seinen vermeintlich cooleren Verächtern, denen er zeigte, dass er auch rocken kann. Nachdem zuvor Bands wie Rammstein oder Bandmitglieder der Ärzte gegen Heino stänkerten, konnten sich selbst die schärfsten Kritiker bald des Charmes der neuen Songs nicht entziehen. Im Sommer 2013 trat Heino sogar mit Rammstein beim Wacken Open Air, dem größten Metalfestival der Welt auf mit dem Lied „Sonne“ auf.

Welchen Stilwechsel das muskalische Chamäleon Heino als nächstes plant, wo Du Tickets für Heino-Konzerte bestellen kannst oder CDs, DVDs und Downloads von „Mit freundlichen Grüßen“ herbekommst – auf schlagerblume.de sind Heino-Fans genau richtig, denn wir sind selber welche!

 

Steckbrief: Heino

Geburtstag

  • 13.12.1938 in Düsseldorf-Oberbilk

Sternzeichen

  • Schütze

Erfolgreichste Alben

  • Kein schöner Land in dieser Zeit (1967)
  • …und Sehnsucht uns begleitet (1978)
  • Halli, hallo – wir fahren (1970)
  • Liebe Mutter… (1971)
  • Die schönsten Volkslieder der Welt (1972)
  • Sonntagskonzert (1974)
  • Hurra, wir fahr’n ins Grüne (1978)
  • Deutschland, meine Heimnat (2006)
  • Es ist nie zu spät (2008)
  • Die Himmel rühmen (2009)
  • Mit freundlichen Grüßen (2013)
  • Schwarz blüht der Enzian (2014)
  • Arschkarte (2016)

Erfolgreichste Singles

  • 13 Mann und ein Kapitän/Jenseits des Tales (1965)
  • Wir lieben die Stürme/Was träumen Matrosen (1967)
  • Die Sonne von Mexico/Seemannslos (1968)
  • Karamba, karacho, ein Whisky/Heute geht die Sehnsucht zu dir auf die Reise (1969)
  • Blau blüht der enzian/Irgendwann sind alle gleich (1972)
  • Carneval in Rio/Überall (1972)
  • Die schwarze Barbara/Böhmerwald (1975)
  • Komm in meinen Wigwam (Regenbogen-Johnny/Blume der Berge (1976)
  • Enzian-Rap/Immer wieder (1989)
  • Dicke Dinger (1996)
  • Junge (2013
  • Sonne (2013)
  • Haus am See (2013)
  • Schwarz blüht der Enzian (2014)
pk