Neues Album “In dieser Sommernacht”

G. G. Anderson im Interview: “Wer kann schon zwei G-Punkte aufweisen?”

G. G. Anderson im Interview: “Wer kann schon zwei G-Punkte aufweisen?”

Neues Album “In dieser Sommernacht”

G. G. Anderson im Interview: “Wer kann schon zwei G-Punkte aufweisen?”

9. September 2016

Schlager-Star G. G. Anderson sprach im Sommer-Interview mit der Schlagerblume über sein neues Album “In dieser Sommernacht”, Lieblingslieder, seinen Rat an junge Schlagersänger, die Vorteile seines Spitznamens und vieles mehr.

Seit über 30 Jahren ist G. G. Anderson der Schlagerfachmann für den Sommer- und Fernwehschlager. Vom “Am weißen Strand von San Angelo” bis zu “Sommernacht in Rom”. Auf seinem neuen Album “In dieser Sommernacht” verpasste der 66-Jährige seiner Musik mit einem neuen Team einen Frische-Kick (hier bei Amazon bestellen). Über den neuen Sound und vieles mehr sprach G. G. Anderson im Sommer-Interview mit der Schlagerblume:

GG Anderson - In dieser Sommernacht

G. G. Andersons neues Album “In dieser Sommernacht” ist am 2. September 2016 erschienen. Bild: Telamo

Schlagerblume: Was erwartet uns auf Deinem neuen Album “In dieser Sommernacht”?

G. G. Anderson: Ich habe mich von meinem Team, mit dem ich seit über 30 Jahren gearbeitet habe im Guten getrennt. Mein neuer Produzent Gerd Jacobs hat sehr viel für Fantasy gemacht. Mir gefiel der Sound immer sehr gut und so habe ich ihn gefragt, ob da auch etwas mit uns zusammen geht. Außerdem habe ich als neuen Autor Bernd Schütz gewinnen können. Wir drei haben uns dann zusammen getan und noch ein paar jüngere Autoren mit hinein genommen, unter anderem auch Tobias Reitz, der auch schon für Helene Fischer getextet hat.

So haben wir ein, wie ich glaube, sehr erfrischendes Album gemacht. Mein Patenjunge, Michele Joy, der auch gerade mit einem neuen Album am Start ist, hat gesagt, als er mein Album zum ersten Mal gehört hat: Endlich ist mein Onkel im 21. Jahrhundert gelandet!

Hast Du persönliche Lieblingslieder auf dem Album?

Ich glaube, dass “Denkst du vielleicht an ihn” ein großes Ding ist und ganz gut auf den Tanzflächen laufen könnte, und die Ballade “Liebe bleibt” ist für mich ein Megading. Da meine Mamma leider im Januar dieses Jahres verstorben ist, ist es für mich auch ein sehr persönliches Lied geworden.

Das Lied ist mir beim Hören auch als etwas Besonderes aufgefallen. Kannst Du etwas über die Entstehung erzählen?

Ja, mein Produzent Gerd Jacobs hatte mir das Lied im Ansatz einmal vorgespielt, dann haben wir es zusammen zu Ende gebracht. Wir haben das Lied Tobias Reitz vorgeführt, der sofort begeistert war und einen Text dazu schreiben wollte. Ich hatte ihm vorher ein bisschen über mich und mein Leben erzählt, dass meine Mama leider verstorben ist, dass ich seit über 40 Jahren mit meiner Frau zusammen bin, dass mein Papa jetzt in einem Pflegeheim ist. Und dann hat er einen Text gemacht, unglaublich!

Beim Singen hatte ich eine Gänsehaut nach der anderen, hab‘ auch die eine oder andere Träne vergossen. Es hat mich persönlich sehr beeindruckt und ich glaube, das ist hörbar. Dass man seine Liebe verschwenden muss, wie es in dem Lied heißt, dieser Meinung bin ich auch. Man kann nicht genügend Liebe geben, immer wieder sollte man Liebe auch verschwenden.

G.G. Anderson - In dieser Sommernacht (offizielles Video)

G.G. Anderson – In dieser Sommernacht (offizielles Video)

Der Sound auf dem Album klingt sehr modern. Du hattest vorhin ja bereits den Fantasy-Einfluss erwähnt. Was war Dir persönlich bei diesem musikalischen Update wichtig?

Es war wichtig, dass es sommerlich frisch klingt und dass es tanzbar ist, so dass die Menschen nach den ersten paar Takten auf die Tanzfläche stürmen. Gerade bei Zeilen wie “In dieser Somm-, Somm-, Sommernacht, da hat es Boom, Boom, Boom gemacht.”

Das Lied ist bei mir auf jeden Fall schon seit Tagen ein absoluter Ohrwurm!

Ja, den kriegt man nicht mehr raus. (lacht) Ich hoffe, dass “In dieser Sommernacht” noch so ein Nachzügler-Sommerhit wird, im Herbst, wenn die Leute sich an den Sommer zurück erinnern. Immer wenn ich es bei mir im Autoradio höre, bekomme ich gute Laune, und das ist einfach ein gutes Zeichen.

Was war Dir bei der Modernisierung noch wichtig? Es sind mehr elektronische Elemente darauf, oder?

Es sind nicht mehr elektronische Sachen darin, sondern es ist eher noch viel mehr mit der Hand gemacht. Wir haben das Album größtenteils analog eingespielt. Bei mir waren noch nie so viele Live-Gitarren mit so geilen Solis zu hören. Oder zum Beispiel bei der Ballade saß ein richtiger Dudelsackspieler im Studio. Es klingt einfach besser, als wenn du das aus der Konserve holst. Es klingt lebendiger.

Es sind ja auch ein paar Cover von Klassikern wie “Griechischer Wein” und “Himbeereis zum Frühstück” darauf. Warum hast Du Dich für die entschieden?

Udo Jürgens war ein alter Kumpel von mir. Ich habe mit ihm in den Siebziger Jahren zusammen spielen und feiern dürfen. Tja, und jetzt habe ich eine Tournee gemacht mit dem Maxi Arland und sollte mir für den Schluss ein Lied zum Thema Weltreise aussuchen und habe dafür “Griechischer Wein” genommen. Ich habe mich einfach in dieses Lied verliebt, auch schon damals als es 1974 raus kam, habe ich es immer bei uns in der Musikbox gedrückt. Und jetzt habe ich es einfach einmal aufgenommen. Und bei “Himbeereis zum Frühstück”: Meine Frau ist ein absoluter Hoffmann & Hoffmann-Fan, darum habe dieses Lied für sie gemacht.

GG Anderson - Denkst du vielleicht an ihn (offizielles Video)

GG Anderson – Denkst du vielleicht an ihn (offizielles Video)

Auf der Fanbox-Edition gibt es ja noch ein ein Duett mit Dir und Michele Joy. Wie kam es zu dem Duett?

Das hat sich so ergeben. Michele und ich wollten was zusammen machen, wir singen ja auch recht ähnlich, und diesmal hat es sich angeboten.

Und es gibt auch ein ungewöhnliches Cover von “Sierra Madre“?

Ja, “Sierra Madre” haben wir in einem anderen Rhythmus gemacht. Das Lied gibt es immer nur als Ballade. Wir haben gesagt: Jetzt müssen wir “Sierra Madre” als Shuffle machen. Und ich kann Dir sagen, die Leute gehen bei Konzerten dazu ab wie sonst was.

Du bist ja jetzt schon seit über 30 Jahren im Schlager aktiv. Was hat sich in dieser Zeit verändert, im Vergleich zu Deinen Anfängen?

Früher bist du ins Studio gegangen, da hat ein Pianist gesessen, ein Gitarrist, ein Schlagzeug wurde aufgebaut, der Bassgitarrist kam an und dann wurde live Musik gemacht. Das hat sich leider etwas verändert. Gut, die eine oder andere Popgruppe macht das nach wie vor so, was ich auch gut finde. Ansonsten hatten wir gerade im Schlagerbereich sehr viel mehr Möglichkeiten aufzutreten. Wie die “ZDF-Hitparade”, in den Anfängen hatten die über 20 Millionen Zuschauer pro Sendung, die “Deutsche Schlagerparade”, “Die aktuelle Schaubude”, der “WWF Club” in Köln.

Wenn du eine neue Single rausgebracht hast, konntest Du in zehn Fernsehsendungen singen. Das geht heute nicht mehr, leider. Also müssen die jungen Leute, wenn sie heute was machen wollen, in eine Castingshow gehen und dort versuchen, Herrn Bohlen zu gefallen. Aber es gibt ja zum Glück auch immer wieder neue, junge Leute, die es schaffen, allen Umständen zum Trotz durchzustarten. Durch das Internet bekommen junge Musiker ja teilweise einen enormen Push, den man früher nicht hatte. Da musste man noch zu allen Radiosendern. Und heute stellst du einen Song ins Internet und plötzlich haben es Zehntausende gehört, das ist natürlich geil.

G.G. Anderson und sein Neffe Michele Joy.

G.G. Anderson und sein Neffe Michele Joy. Bild: Facebook / G.G. Anderson

Was rätst Du jungen Schlagersängern, wie Deinem Neffen Michele Joy, wenn sie heute starten möchten?

Dass sie Spaß an der Musik haben, Durchhaltewillen und sich nicht verdrehen lassen. Dann kommt es auch ehrlich rüber, dann kann man sich auch hinstellen vor Zigtausenden von Menschen und seine Musik gut rüberbringen. Man sollte das Publikum nicht bescheißen. Ich habe das nie in meinem Leben gemacht und deshalb bin ich auch noch im Geschäft.

Es hat mit Deinem Namen eine gewisse Bewandtnis: Man nennt Dich ja auch den “Doppel-G-Punkt des Schlagers”. Wirst Du darauf heute noch oft angesprochen?

Klar, und wenn ich nicht darauf angesprochen werde, dann sag‘ ich das selbst. (lacht) Wer kann schon zwei G-Punkte aufweisen? Es ist witzig, dass Gerd Grabowski abgekürzt auf Englisch “Dji Dji” ist, das hat unter anderem auch bewirkt, dass die Leute mich überall auf der Welt nur noch so nennen, ob in Deutschland, Holland oder in New York.

Hast Du schon einmal daran gedacht, in Rente zu gehen?

Natürlich, logisch. Ich bin 66, alle meine Klassenkameraden sind schon in Rente und gehen mit dem Hund spazieren. Ich habe leider kein anderes Hobby außer der Musik. Ich schreibe gerne Songs, produziere gerne, und das geilste ist natürlich, vor Tausenden von Menschen auf der Bühne zu stehen und zu singen. Solange es Spaß macht, so lange man nicht krank wird und die Leute bei der Ansage meines Namens schon bei “Dji Dji” anfangen zu toben, mache ich weiter. Wenn das nicht mehr passiert, trete ich ganz entspannt durch die Hintertür ab.

Gehst Du bald wieder auf Tournee?

Ja, mit einer Autogrammstunden-Tour und der “Großen Schlager-Hitparade 2016” und Andreas Martin, Andrea Jürgens, den Calimeros und Sascha Heyna.

Lieber G. G., wir danken Dir für das Gespräch!

Infos zur Autogrammstunden-Tour findet Ihr hier auf der Webseite von G. G. Anderson. Termine und Tickets für die “Große Schlager-Hitparade 2016” gibt’s hier auf Eventim!

Mehr Musik von G. G. Anderson gibt’s hier:

pk